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„Wir reden überhaupt nicht mehr miteinander.“ Ein kurzer Satz – und plötzlich sitzt ein ziemlich großes Thema mit am Tisch. Vielleicht geht es um zu wenig gemeinsame Zeit. Vielleicht um ein Gespräch, das schon lange aufgeschoben wird. Vielleicht möchte jemand erst einmal gehört werden.
Erst nachfragen, dann losreden
„Was fehlt dir in unseren Gesprächen gerade?“ ist ein anderer Einstieg als „Wir haben doch gestern geredet!“. Mit der zweiten Antwort beginnt schnell die Beweisaufnahme. Mit der ersten kann ein Gespräch anfangen.
Versuche zu verstehen, was dein Gegenüber konkret meint: mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit oder ein bestimmtes Thema. Ein Kalender zählt Gesprächsminuten. Ob sich jemand verstanden fühlt, verrät er leider nicht.
Verschiedene Erwartungen sichtbar machen
Ein Mensch möchte sofort eine Lösung suchen. Ein anderer braucht zunächst Zeit, um auszusprechen, was ihn beschäftigt. Solche Erwartungen lassen sich nicht zuverlässig am Geschlecht ablesen. Frag lieber die Person, die vor dir sitzt: „Möchtest du, dass ich zuhöre, mitdenke oder bei einer Entscheidung helfe?“
Auch vertraute Worte können unterschiedlich ankommen. „Später“ heißt für dich vielleicht nach dem Essen. Dein Gegenüber hört womöglich: irgendwann, wenn es nicht mehr wichtig ist. Eine konkrete Zeit schafft mehr Klarheit als das nächste Versprechen.
Einen passenden Rahmen vereinbaren
Sucht einen Zeitpunkt, zu dem ihr euch aufeinander konzentrieren könnt. Vereinbart, welches Thema ihr besprechen möchtet und wie viel Zeit ihr habt. Wer eine Pause braucht, sollte auch sagen, wann das Gespräch weitergehen kann.
Ein Gespräch führen, kein Plädoyer halten
Beschreibe eine konkrete Situation und ihre Wirkung auf dich. Lass dein Gegenüber ausreden. Fasse anschließend in eigenen Worten zusammen, was du verstanden hast. Das ist keine Zustimmung zu allem – es gibt dem anderen die Chance, Missverständnisse zu korrigieren.
Am Ende hilft eine kleine, überprüfbare Vereinbarung: Wann nehmt ihr euch wieder Zeit? Was probiert ihr bis dahin aus? Auch im Team ist das oft hilfreicher als der große Vorsatz, ab morgen „besser zu kommunizieren“.